Goldakupunktur beim Hund



Goldakupunktur beim Hund



Vor etwa 10 Jahren hörte ich zum ersten Mal von der sogenannten „Gold-Akupunktur“ bei Hunden, die an HD/ED oder Spondylosen leiden.



Anfangs stand ich diesem Thema sehr, sehr skeptisch gegenüber und fand für mich, dass diese Behandlungsmethode vielleicht doch eher in den Bereich der „Esoterik“ gehört. In den  folgenden Jahren erkannte ich jedoch, dass an dieser Behandlungsmethode keinesfalls etwas in den esoterischen Bereich gehört, sondern dass es sich vielmehr um fundamentales Wissen aus der traditionellen chinesischen Heilmedizin handelt.



In den kommenden Jahren hörte ich immer wieder von erstaunlichen Erfolgen nach einer solchen Behandlung und mehr und mehr traf ich auf Menschen, die mir ausschließlich Bestes darüber zu berichten wussten. So blieb es nicht aus, dass ich mich mit dem Thema intensiver befasste und mich einlas, um mehr über die Goldakupunktur zu erfahren und diese Behandlungsmethode besser verstehen zu können.



Als im Sommer 2013 dann unsere Hündin Shari im Alter von nur 2 Jahren die Diagnose „schwerste HD/ED“ bescheinigt wurde, war es für meinen Mann und mich keine Frage mehr, welche Behandlungsmethode infrage kommen sollte. Wir ließen Shari im März 2014 in Kamen „vergolden“ und unser Mädchen erhielt auf diese Weise eine enorme Lebensqualität und tollt seitdem schmerzfrei herum und holt die Jahre auf, in denen sie durch die gesundheitliche Einschränkung ausgebremst wurde.


Am 12. Juni 2014 erhält unser Rüde „Arthur“ eine Goldakupunktur, da er an Spondylosen im gesamten Rücken leidet und wir ihm Schmerzen und Leiden ersparen möchten.



Im Folgenden möchte ich ein wenig berichten, was eine Goldakupunktur ist, wie sie wirkt, worauf sie beruht und wo man sein Tier in den berufensten Händen zur Behandlung weiß.



Akupunktur allgemein



Acus bedeutet „Nadel“ und „Punctura“ ist der „Einstich“.



Bereits seit über 4000 Jahren kennen wir die Akupunktur, die ursprünglich aus dem fernöstlichen Raum zu uns nach Europa kam. Die Akupunktur ist ein Teilbereich der traditionellen chinesischen Heilmedizin.


Ausgehend von der Lebensenergie des Körpers auf definierten Leitbahnen (Meridianen), geht man davon aus, dass diese Leitbahnen einen hohen, steuernden Einfluss auf alle Körperregionen haben. Ist dieser Energiefluss gestört, kommt es zu Erkrankungen. Durch das Setzen von Akupunkturnadeln in die betroffenen Meridiane und hier an bestimmte Akupunkturpunkte, werden die gestörten Energieflüsse ausgeglichen.

Wir kennen dabei 349 Akupunktur-Punkte in 14 Hauptleitbahnen und 8 unpaarigen Leitbahnen.



In der westlichen Welt galt die Akupunktur seit 1929 besonders durch den Franzosen George Soulié de Morant als bekannt. In den frühen 30er Jahren beschrieb de Morant die Akupunktur als „wichtigsten Zweig der chinesischen Medizin“.

Ob dabei seine angeblichen Beobachtungen der Heilung von Cholera durch Akupunktur (hier durch chinesische Akupunkteure) ernsthaft als richtig zu bewerten sind, ist umstritten.



Nach neuesten Forschungen geht man heute davon aus, dass das Wirkungsprinzip darauf beruht, dass bestimmte Körperpunkte durch die Einstiche „gereizt“ werden und diese Reizung Einfluss auf gewisse Regulationen des Körpers haben. Einige Studien zeigten, dass durch periphere Stimulation gezielter Akupunkturpunkte vermehrt Endorphine im Mittelhirn ausgeschüttet werden. Dabei spielt das Molekül Adenosin für die Wirkung eine spezielle und wichtige Rolle.


Im humanmedizinischen Bereich kennen wir Akupunktur vor allem aus den Bereichen Migräne, Rheuma, Gelenkschmerzen insgesamt und -last but not least- als Entwöhnungsmittel für den Nikotinentzug bei Rauchern.



Die Goldakupunktur beim Hund



Tatsächlich gibt es die Goldakupunktur in Deutschland auch schon im humanmedizinischen Bereich z.B. bei Rheuma und Gelenkerkrankungen. Allerdings beschränkt sich dieser Einsatz noch auf eine eher geringe Zahl von Patienten, während die herkömmliche Akupunktur bereits von zahlreichen Krankenkassen als reguläre Behandlungsmaßnahme getragen wird.


Bei unseren Vierbeinern ist die Goldakupunktur etwa seit Ende der 1990er Jahre bekannt und zunehmend auch als Heilmethode anerkannt und beliebt. Auch die Goldakupunktur richtet sich nach den strengen Regeln der „Traditionellen Chinesischen Heilmedizin“, kurz TCM genannt.


Bei dem Eingriff werden dem Tier bei chronischen Gelenkerkrankungen in einem einmaligen Eingriff winzige, 1 mm im Durchmesser messende und zwischen 3 und 6 mm lange 18-Karat-Goldstifte in die Akupunkturpunkte zum Verbleib eingesetzt. Einsatzgebiet bei den Hunden ist dabei eine Erkrankung an HD, ED und/oder Spondylosen.


Vereinfacht beschrieben stimulieren die eingesetzten Goldstifte die Akupunkturpunkte dauerhaft und bewirken, dass das Tier schmerzfrei bei hoher Lebensqualität und i.d.R. ohne weitere Gabe von Schmerzmitteln leben kann. Nebeneffekt ist, dass die
Goldstifte entzündungshemmend und wärmend wirken, also wohltuend auf die Gelenke einwirken.



Was geschieht bei dem „Eingriff“ ?



Der Hund wird vor der Behandlung vor Ort vom Spezialisten geröntgt, damit sich der Arzt ein genaues Bild der Erkrankung und dessen Grades machen kann. Dazu bekommt das Tier eine leichte Schlafspritze, also keine Vollnarkose im herkömmlichen Sinn mit den damit verbundenen und bekannten Nebenwirkungen.


Nach genauem Studium der Röntgenbilder seitens des Arztes erfolgt eine Besprechung mit dem Besitzer des Tieres, wo und in welchem Umfang eine Goldakupunktur angeraten ist und helfen kann.


Unter der Wirkung des Schlafmittels wird das Tier an den entsprechenden Stellen geschoren und desinfiziert. Der Arzt setzt dann mit einer Hohlnadel (wie beim Setzen des Transponders) die kleinen Goldstifte an die exakten Akupunkturpunkte. Mit einem feinen Edelstahldraht werden die Stifte innerhalb der Hohlnadel sanft an den richtigen Punkt geschoben und damit sozusagen „verankert“.


Bei der gesamten Behandlung kann der Halter bei seinem Hund bleiben!


Sind alle Punkte auf diese Weise behandelt, wird der Arzt das Tier nochmals röntgen um zu schauen, ob die Goldstifte korrekt an den Akupunkturpunkten sitzen.


Dann ist die Behandlung schon fertig. Das Tier bekommt eine Spritze um aufzuwachen und nach wenigen Minuten ist der Vierbeiner wieder recht munter. Nach einem letzten Check durch den Arzt bezüglich Herz und Kreislauf verlässt das Tier auf den eigenen Beinen die Praxis. Eine Nachkontrolle ist nicht erforderlich!



Nebenwirkungen, Erfolge und … hält das Gold für „immer“ ?



Aus der klassischen humanen Akupunktur weiß man, dass es Nebenwirkungen geben kann. Diese beziehen sich zumeist auf chronisch erkrankte Menschen. So ist eine Akupunktur ungeeignet für Krebspatienten, Epileptiker, Menschen mit Multipler Sklerose oder Menschen mit ansteckenden Erkrankungen wir z.B. Tuberkulose. Auch sollte man eine Akupunktur an Hautstellen vermeiden, die erkrankt sind. Hier würde eine Entzündungsgefahr drohen. Ansonsten ist mit Nebenwirkungen nicht zu rechnen.


Ebenso sollte natürlich auch mit dem behandelnden Akupunktur-Arzt Ihres Hundes im Vorfeld geklärt werden, ob es Erkrankungen des Tieres gibt, die den Eingriff u.U. unmöglich machen, bzw. zu Nebenwirkungen führen könnten. Ein sorgfältiges Vorgespräch wird der geschulte Arzt aber in jedem Fall von sich aus mit Ihnen führen wollen!


Die Erfolge der Methode sind unbestritten! Allerdings sehe ich persönlich die Auswahl des „richtigen“ Arztes für den dauerhaften Erfolg als von größter Wichtigkeit an!


Die Erfolgsquote des Eingriffs liegt bei 85% bis 95%,  unabhängig vom Alter des Hundes und dem Schweregrad der Erkrankung. Die Schwankung des Erfolgs liegt in der Abhängigkeit des zu behandelnden Gelenkes des Tieres begründet.


Hält der Eingriff für das ganze Hundeleben?


Hier muss man differenziert ein wenig auf das Alter des Tieres schauen. Unsere Hündin war bei dem Eingriff 2,5 Jahre alt. Da die Goldimplantate sich im Laufe eines Hundelebens (unschädlich) abnutzen, kann es durchaus sein, dass im späteren Alter ein nachgehender Eingriff notwendig werden könnte, um nochmals etwas Gold einzulagern. DAS IST ABER NICHT DIE REGEL! Ein beim Eingriff schon etwas älterer Hund wird sicherlich mit der eingesetzten Menge Goldes bis zu seinem Lebensende auskommen.


Bei der Frage der „Ewigkeit“ des Goldes muss man auch berücksichtigen, dass man eine HD, ED oder Spondylosen mit diesem Eingriff nicht heilt oder stoppt! Vielmehr sorgt der Eingriff aber dafür, dass das Tier schmerzfrei leben kann und ein durch Schmerz bedingtes Fortschreiten von Gelenkerkrankungen durch sog. „Schonhaltung“ deutlich reduziert wird!


Der Erfolg der Behandlung stellt sich nach wenigen Tagen bis hin zu einigen Monaten ein. Unsere Hündin Shari zeigte bereits nach wenigen Tagen eine deutlich erhöhte Beweglichkeit  und heute, nach wenigen Monaten, zeigt Shari keinerlei Anzeichen von Bewegungseinschränkungen mehr!

Dennoch: Der Eingriff entbindet uns als Halter nicht davon, sorgsam darauf zu achten, dass das Tier nicht überlastet wird!



Zu guter Letzt – die Auswahl des Arztes…



Sicher muss man sagen, dass der Eingriff einer Gold-Akupunktur nicht preiswert ist! Wenn –wie bei unserer Hündin Shari- eine HD und eine fortgeschrittene ED vorliegt und man sich als Halter für einen möglichst umfassenden Eingriff entscheidet, ist man
recht schnell bei Kosten von fast 2.000 Euro!


Die AGILA Tierkrankenversicherung zum Beispiel, zahlt jedoch diese Kosten, was aus meiner Sicht  auch dafür spricht, dass eine Goldakupunktur erfolgversprechend und erwiesen nutzbringend und erfolgreich ist!



Oft wurde in Deutschland der „Vorreiter“ der Methode, der Tierarzt Erhard Schulze aus Kamen früher belächelt. Heute gilt Herr Schulze weltweit als Kapazität auf dem Gebiet der Goldakupunktur bei Tieren! Jahrelange Studien der Traditionellen Chinesischen Heilmedizin haben Herrn Schulze zu dem erfolgreichen Arzt gemacht, der die meisten Eingriffe dieser Art an allen Gelenken vorgenommen hat! Herr Schulze hält auf der ganzen Welt Fachvorträge zum Thema und ist und bleibt für mich der Arzt, dem ich meine Tiere ohne jegliche Bedenken anvertraue.


Oft höre ich, dass Haustierärzte sich auf dem Gebiet der Goldakupunktur betätigen. Sicher ist es so, dass man dort gegenüber dem Spezialisten einen „Spottpreis“ zahlt. Ich verweise in diesem Zusammenhang jedoch ganz ausdrücklich darauf, dass viele
Ärzte innerhalb kurzer Seminare den Eingriff scheinbar „erlernt“ haben, das Fachwissen und die viele Jahre währende intensive Ausbildung jedoch nicht vorweisen können!


Was passiert denn wirklich, wenn bei einem Hund die Goldimplantate an einer „falschen Stelle“ platziert sind und Schmerzen, oder Entzündungen die Folge sind? Dann warten teure, unnötige und zweifelhafte Operationen auf unser Tier, die durchaus qualvoll sind!



Im Zweifel rate ich immer dazu, Herrn Schulze als Spezialisten dieses Bereichs zu kontaktieren und um Adressen von Kollegen im Bereich des jeweiligen Wohnortes zu bitten, die fachkompetent und richtig arbeiten!


Grundsätzlich ist für mich der Eingriff der Goldakupunktur in jedem Fall eine Alternative für unsere Tiere! Weg von den schädigenden, mit Nebenwirkungen behafteten und zudem teuren Schmerzmitteln und hin zu einer sanften und erfolgreichen Methode, den Hunden den Schmerz zu nehmen, wenn wir die Erkrankungen in der regulären Veterinärmedizin nicht heilen können!


Rechnen wir für das Leben unseres Hundes die Kosten für Schmerzmittel, Physiotherapie und Arztbesuche, so erscheint der Eingriff der Goldakupunktur auf das Hundeleben gesehen plötzlich gar nicht mehr so teuer!

 

Bei weiteren Fragen können Sie mich gern über das Kontaktformular auf meiner Seite kontaktieren. Wenn ich es kann, werde ich Ihnen gern helfen!

 

 

Fotoquelle: Internet