Schwarz, gelb und braun - echt Labrador



Schwarz, gelb oder braun? Farben der Labradors



Zur Zeit der Jahrhundertwende um 1900 waren alle Labradors schwarz. Aus den Zuchtunterlagen dieser Zeit ist jedoch bekannt, dass schon 1892 zwei leberfarbene (liver) Welpen in der Buccleuch Zucht gefallen sind. Sie waren Nachfahren des
berühmten Rüden „Avon“.



Die damals nach England eingeführten Hunde trugen schon das rezessive Gen. Wir müssen jedoch davon ausgehen, dass alle Labradorwelpen, die nicht schwarz waren, getötet wurden. Man hielt sie für „fehlfarbig“ und „in den Erbanlagen“ für nicht zuchtgeeignet.



1899 wurde der erste gelbe Welpe in der Zucht von Major Radclyffe mit dem Namen „Ben of Hyde“ geboren. Ben hatte rein schwarze Eltern Seine Schwester „Juno“ brachte einige Würfe zur Welt. Jedoch waren die Welpen zumeist rein schwarz.


Die Vererbungslehre war damals den Züchtern noch nicht so geläufig, wie es heute der Fall ist. Und daher wussten sie nicht, dass gelbe Fellfarbe rezessiv vererbt wird. Das bedeutet: Ein Wurf hat nur dann auch gelbe Welpen, wenn beide Elternteile das rezessive gelbe Farbgen in sich tragen.


Eine Schlussfolgerung aus dieser Zeit ist, dass einige Hunde aus Neufundland, die zur Zucht genutzt wurden, dieses rezessive gelbe Farbgen getragen haben müssen!



Mit „Ben of Hyde“ begann offiziell die Zucht gelber Labradore in England. Innerhalb dieser Zucht tauchten auch die ersten Labradors mit einem rötlichen Fell auf, „foxred“ (fuchrot) genannt und diese Farbe wurde im Rahmen der gelben Farbgebung zur Zucht auch anerkannt. Bereits im Jahr 1903 wurde mit Gründung des englischen Kennel Clubs sowohl die Farbe schwarz, als auch gelb zur Zucht zugelassen und anerkannt.


Ende der 30er Jahre wurde schließlich in England auch der braune Labrador anerkannt. Anfangs wurde die Farbe „Liver“ (Leber) genannt, später erfolgte die Farbnennung unter dem Namen „Chocolate“ (Schokolade). J. G. Severn begann mit
seinem Kennel „Tibshelf“ die erste Zucht von braunen Labradors. „Cookridge Tango“ geboren 1961, wurde im Jahr 1964 der erste braune Champion im Ring.


Man muss sicherlich sagen, dass braune Labradors sich anfänglich keiner sonderlichen Beliebtheit erfreuten. Erst weit in den 60er Jahren fand der braune Labrador in England größeren Anklang. In Deutschland setzte sich die Farbe „Chokolate“ erst etwa ab dem Jahr 2003 verstärkt durch. Es begann ein regelrechter Hype auf braune Labradors, als ein Welpenfoto auf der Titelseite einer Tierzeitschrift erschien.


Weltweit anerkannte Farben beim Labrador sind ausschließlich schwarz, gelb und braun!



Und was ist mit : Silber?



Definitiv sei gesagt: Es gibt  k e i n e n  silbernen Labrador! "Schuld"  an dieser Farbe ist das sogenannte „Delute Gen“ (engl. delute = Verdünnung). Dieses Gen wird zwar von sehr vielen Lebewesen getragen und vererbt, kann und soll aber nicht eine Fellfarbe produzieren, die dann als „reinerbig“ bezeichnet werden kann.


Unter dem Delute Gen werden einige Farben bei Labradoren geworfen wie z.B. silber, charcoal, champagner. Die Farben werden heute als „reinrassige Labradore“ zu Höchstpreisen angeboten. Fakt ist: Keiner der internationalen Zuchtverbände erkennt diese vermeintlichen „Farben“ an.

Nach wie vor hält sich auch recht hartnäckig die Behauptung, dass zur Zucht Weimaraner eingekreuzt werden, da es kaum so viele Labradore mit dem Delute Gen gibt, wie der Markt von „silbernen“ Labradors geflutet wird.


Schauen wir auf den Ursprung der Rasse und die unglaublich hohe Intensität und Beachtung in der britischen Zucht, so scheint es doch recht verwunderlich, dass in keinem der Zuchtdokumente seit nunmehr über 100 Jahren die Rede von einem „silbernen“ Labrador ist. Es ist daher sicherlich nachvollziehbar, dass die anerkannten Zuchten sich nicht der Theorie der „Verschwörung gegen die Farbe silber“ anschließen möchten.



Auf Anfrage beim englischen Kennel Club bezüglich der diversen Farbabweichungen erhielt ich eine sehr strikte Aussage, dass es „silberne“ Labradors nicht gibt und die diversen inzwischen in Mode geratenen Farbvariationen ebenfalls nicht. Man bemühe sich um stetige Aufklärung und könne sich den Boom nur so erklären, dass clevere, verbandsfreie Züchter eine Marktlücke erkannt haben, einen exotischen, nicht rassereinen Hund am Markt zu etablieren…