Informationen rund um den Mikrochip



Mikro-Chip (Transponder) bei Hunden



Immer wieder höre ich, dass es zu diesem Thema ganz viel Unsicherheiten und Fragen gibt.



Zuvor die womöglich wichtigste Information zum Thema: Es muss gesetzlich nicht jeder Hund in Deutschland gechipt sein!


Da wir in Deutschland k e i n einheitliches Hundegesetz haben, liegt die gesetzliche Bestimmung in der Hand der jeweiligen Bundesländer in Zusammenhang mit der jeweiligen Landeshundeverordnung!



Die Hundeverordnungen kann man hier einsehen:



http://www.hundeguide24.de/hundegesetze.html



Was ist der Mikro-Chip, oder auch „Transponder“, bzw. „Tag“ (englisch – to tag = kennzeichnen)

Fachname: RFID Mikrochip



Es handelt sich bei dem Chip um eine für z.B. einen Labrador etwa 12 x 2 mm kleine Kapsel mit einer  gewebeverträglichen Glas- oder Kunststoffummantelung. Ein Tierarzt spritzt diesen Transponder mittels einer Hohlnadel in die linke Halsseite des Tieres. Diese Prozedur ist für den Hund annähernd schmerzfrei. Transponder gibt es für die unterschiedlichen Tierarten in vielen verschiedenen Größen.

Gelegentlich „wandert“ ein Transponder, was normalerweise unproblematisch ist.



Was „beinhaltet“ der Chip?



Innerhalb der kleinen Glas- oder Kunststoffhülle befinden sich die Antennenspule, die das Signal für das Lesegerät sendet, sowie der „passive“ Chip mit der fest gespeicherten 15-stelligen Identifikationsnummer. Dabei ist jede Nummer weltweit nur ein Mal vergeben!



Die Identifikationsnummer…



… zeigt im Regelfall auf den drei ersten Stellen die Länderkennzahl (in Deutschland ist es die 276). Danach folgt aus technischen Gründen eine „0“. Die dann folgenden drei Zahlen beginnen immer mit einer „9“ und kennzeichnen den Hersteller des Chips. Die nun folgenden restlichen Ziffern zeigen (zusammen mit der Herstellerkennzeichnung) die Kenn-Nummer. Die Hersteller-Nummer zusammen mit der Kenn-Nummer wird weltweit immer einmalig vergeben und ist damit immer zuordnungsfähig!



Weltweite Auslesung und Gültigkeit



Für die weitere Zukunft ist geplant, dass weltweit  a l l e  Tiere gekennzeichnet werden sollen. Um diese Planung umsetzen zu können, musste in langwieriger Arbeit ein System entwickelt werden, welches auch in allen Ländern der Erde unter den gleichen Voraussetzungen angewendet werden kann und welches es ermöglicht, dass weltweit einheitliche Lesegeräte genutzt werden können. Zu diesem Zweck wurden sowohl die Transponder, als auch die Lesegeräte „zertifiziert“.


Dabei kennzeichnet die ISO-Norm 11784 die 15-stellige-Code-Nummer und die ISO-Norm 11785 kennzeichnet die technischen Lesedaten und damit die Lesegeräte.



Was kann ich noch mit dem Transponder erkennen?



Seit dem Jahr 2007 begann ganz im Stillen eine Regelung, die es möglich machte

a)      Steuersünder zu finden

b)      „unsaubere" Zuchten aufzudecken



Die Hersteller der Mikro-Chips waren ab diesem Zeitpunkt verpflichtet, die verkauften Chips dahingehend zu registrieren, dass genau nachvollzogen werden konnte, welcher Tierarzt, welche Klinik, welche Privatperson Mikrochips kaufte. Diese Daten werden nicht anonymisiert gespeichert. Die implantierenden Stellen wie Tierärzte, Kliniken und eben Privatleute müssen genau Buch darüber führen, welches Tier aus welchem Wurf welchen Chip eingesetzt bekommen hat.

 

Diese Maßnahme hatte prägnante Folgen.

 

Man konnte nicht mehr einfach „züchten“ und die Tiere verschwanden in dunklen Kanälen, oder wurden dem Finanzamt  verschwiegen. Züchter von in Veterinärämtern auffallenden Hunden, die durch schwere Erkrankungen, Beschlagnahmungen aus schlechten Haltungsbedingungen, oder Zuchten, die angezeigt wurden, konnten anhand der Mikro-Chips ohne großen Aufwand ausfindig gemacht werden. Eine Rückverfolgung wurde endlich gewährleistet.


Inzwischen ist eine Kennzeichnungspflicht, oder deren persönliche Umsetzungpersönlicher Initiative, für Tierhalter zu einer wichtigen Maßnahme geworden, wenn das Tier wegläuft, gestohlen wird oder schwere erbgenetische Schäden aufweist, die verfolgt werden sollen. Durch eine Registrierung bei „TASSO“ ist zudem sichergestellt, dass ein aufgefundenes Tier anhand der Codenummer zugeordnet werden kann. Bei erbgenetischen Schäden oder vererblichen Krankheiten kann der Züchter anhand des Transponders zielgerichtet ermittelt werden.


Züchter in den Verbänden haben die Hunde -seitdem es Transponder gibt- schon immer gekennzeichnet. Für einen seriösen Züchter eröffnete sich so die Möglichkeit, immer auch den Weg des Hundes bei Bedarf verfolgen zu können. Außerdem war der Transponder immer auch so etwas wie der „Personalausweis“ des Tieres, den ein seriöser Züchter gern ausstellen lässt.


Heute sollte es eigentlich so sein, dass kein Welpe in der Bundesrepublik mehr ungechipt und unregistriert den Besitzer wechselt. Es ist immer eine gewisse Vorsicht geboten, wenn der Welpenverkäufer einen Welpen abgibt, der nicht mittels Transponder gekennzeichnet ist und nicht bei TASSO registriert wurde!

Gibt es Probleme mit dem Tier, kann man vor Gericht niemals die Herkunft des Hundes nachweisen und eventuell gesetzlich festgeschriebenen Regress einklagen! Außerdem leistet man vermutlich oft einem Steuerhinterzieher Vorschub. Wo keine Registrierung, da kein Welpe!


Wir wollen nicht vergessen, dass Züchter bei einem Tierarzt in der Regel andere Preise zahlen, als Privatpersonen! Wo wir für die Ausstellung eines EU-Heimtierausweises, das Chippen rund 70,00 Euro zahlen, zahlt ein Züchter meistens nur einen
Pauschalpreis!


Überhaupt  m u s s  ein Welpe schon bei Übergabe einen EU-Heimtierausweis haben, denn der dient schließlich als Nachweis dafür, dass das Tier ordnungsgemäß geimpft wurde und meistens ist auch die Entwurmung bei Welpen eingetragen!



Ein letzter Hinweis…



Ein Tier, welches nicht mittels Transponder gekennzeichnet ist, darf die Landesgrenzen nicht überschreiten! Bei Reisen ins Ausland ist der Chip Pflicht!



Entfernung des Transponders…



In der Tat ist es möglich, einen Transponder zu entfernen. Man hört manchmal, dass bei teuren und/oder gestohlenen Zuchthunden der Chip ärztlich entfernt wird und gegen einen neuen Chip ausgetauscht wird. Dank der genauen Registrierung der Transponder ist aber auch diese Maßnahme heute unpopulär! Bei einer Überprüfung des neuen Chips kann dank der Registrierung beim Hersteller genau gesehen werden, wann dieser Chip verkauft wurde und an wen. Trägt nun ein 4-jähriges Tier einen Chip, der erst vor wenigem Monaten verkauft wurde, so ist das sicher schon etwas, über das man nachdenkt. Würde dieses vielleicht teure Zuchttier z.B. auf einer Ausstellung präsentiert werden, würden die Chipdaten sofort auffallen. In Deutschland ist es bei jeder Ausstellung und bei jeder noch so kleinen Prüfung üblich und verpflichtend, den Transponder auslesen und registrieren zu lassen.

 

 

Abbildung: Tierärztin Ludwig AT