Weiße, oder "stille" Hitze - ein recht unbekanntes Phänomen...


 

Die sog. „weiße Hitze“ bei Hündinnen

  

Die weiße Hitze bei Hündinnen ist ein eher unbekanntes, dennoch aber keinesfalls seltenes Phänomen. Man nennt diese Hitze auch „stille Hitze“, oder „trockene Läufigkeit“.

  
Leider sind noch heute viele Tierärzte in totaler Unkenntnis darüber, dass es diese Störung bei Hündinnen überhaupt gibt. Zudem gibt es nur sehr wenig wissenschaftliche Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

  

Was ist eine weiße Hitze?

  
Es handelt sich hierbei um einen Hitzezyklus, der völlig unerkannt bleibt. Die Hündin verhält sich in der Vorbrunst nicht typisch. Die Vulva schwillt nicht an und es setzen auch keinerlei Blutungen ein. Aber!! Dennoch ist die Hündin aufnahmefähig und es kann damit schnell zu einer unerwünschte Trächtigkeit kommen, da vom Besitzer keinerlei sonst sichtbare Auffälligkeiten erkennbar und spürbar sind. Man wähnt die Hündinnen in hormoneller Ruhephase, während diese paarungsbereit und auch paarungswillig ist, als würde es sich um eine völlig normal verlaufende Hitze handeln.

  

Wie kommt es zu einer weißen Hitze?

  
Es gibt einige wenige wissenschaftliche Studien, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Leider haben diese Studien bislang zu keinerlei nachgewiesenen Fakten geführt.

Man weiß lediglich, dass oft sehr junge Hündinnen betroffen sind. Auch rangniedere Hündinnen haben gelegentlich trockene Läufigkeiten. Mangelernährung, schlechte Haltungsbedingungen, Haltungsfehler und sogar klimatische Einflüsse können zu einer weißen Hitze führen, sind wissenschaftlich aber nicht belegbar.

  
Oft tritt die weiße Hitze bei Hündinnen erst nach dem zweiten Hitzezyklus auf und hält dann für den Rest des Lebens an. Manche Hündinnen haben aber auch nur wenige Male in ihrem Leben eine weiße Läufigkeit und auch dann muss man als Halter wieder ganz besonders vorsichtig sein. Eine gute Beobachtungsgabe ist hier absolut erforderlich!

  
Lediglich nachgewiesen ist, dass eine weiße Hitze mit einer stark verkürzten Dauer der Läufigkeit einhergeht. Wir reden hier von einer Dauer von unter 14 Tagen durch alle Zyklus-Phasen.

  
Allerdings ergibt sich eine weiße Läufigkeit auch bei Hündinnen, die an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden. 

  
Hündinnen, die medizinisch nachgewiesen an einer solchen Erkrankung leiden, dürfen für die Zucht nicht eingesetzt werden!

  

Wie kann man dennoch die Läufigkeit der Hündin ausmachen?

  

Wirklichen Aufschluss über den Zyklus einer solchen Hündin mit weißer Hitze gibt nur eine sehr ausgedehnte und zeitlich regelmäßige gynäkologische Untersuchung der Hündin. Hierbei wird in monatlichen Abständen die Gebärmutterschleimhaut mit ihren Zellen gründlich labortechnisch untersucht. Dadurch wird mit absoluter Sicherheit der Zyklus bzw. der Läufigkeitsstand beurteilt und bestimmt.

Wenn man noch eine Progesteronbestimmung einbezieht, kann auch eine zurückliegende Ovulation nachgewiesen werden. Hierbei ergibt sich die Möglichkeit einer Vorhersage, wann etwa die nächste Läufigkeit einsetzen sollte. Hierbei muss man aber immer auch beachten, dass jede Hündin einen sehr individuellen Zyklus hat, der äußerst empfindlich ist und relativ schnell gestört werden kann.

  

Eine Hündin, die ohne nachweisliche Erkrankungen weiße Hitzen durchläuft, ist uneingeschränkt zuchttauglich! 

  

Allerdings erfordert es hier vom Züchter große Sorgfalt und eine ausgezeichnete medizinische Versorgung der Hündin im Vorbereitung auf den Deckakt. Eine solche Hündin kann völlig normal aufnehmen und wird auch Würfe in normaler Größe gebären.

  

Ein Hinweis aus Sicht des Tierschutzes!

  

Ist einem Halter bekannt, dass seine Hündin nur weiße Hitzen durchläuft, wird sehr dringend zu einer Kastration geraten! Leider finden sich immer wieder unachtsame Halter von Hündinnen, die einfach nicht bemerken, dass die Hündin heiß ist und so sind ungewollte Würfe vorprogrammiert! 

  
Erschwerend kommt dazu, dass dieses Phänomen eben nicht wirklich bekannt ist und viele Halter in völliger Unkenntnis dessen sind.

  
Ich gebe es gern zu: Es ist äußerst schwierig, eine solche Hitze auszumachen, da die Hündin sich in allen Phasen neutral verhält. Lediglich in der Hochbrunst sind dann u.U. Anzeichen wie das Abklappen der Rute zu sehen. Da diese Läufigkeiten aber – wie bereits erwähnt- stark verkürzt sind, dauert auch diese sichtbare Phase oft nur 1-2 Tage, obwohl die Hündin noch immer hoch aufnahmefähig ist!

  
Leider ist wissenschaftlich in keiner Weise wirklich belegbar, wie sich eine weiße Hitze auf die Psyche einer Hündin auswirkt. Ist naturgegeben der Wille wirklich so groß sich zu paaren, wie bei einer Hündin, die einen „normalen“ Zyklus hat???

In diesem Falle ist auch wieder -rein prophylaktisch – daran zu denken, der Hündin durch eine Kastration den psychischen Druck zu nehmen und ihr damit eine gewisse „Erleichterung“ zu verschaffen. 

Auch für den Halter einer solchen Hündin bedeutet eine Kastration eine erheblich Verbesserung der Haltungsqualität und damit immer auch ein besseres Verhältnis zu seiner Hündin!