Das Leben mit den Hunden...

"Bekloppt", "gehört eingewiesen", "völlig abgedreht"... Das sind noch die charmantesten Titulierungen, die ich im Laufe der Jahre mit den Hunden bekommen habe.

 

Irgendwie kann ich es ja verstehen und nicht selten lachen mein Mann und ich herzlich und bis zur Erschöpfung, wenn mal wieder etwas "passiert" ist, was uns mitleidige Blicke, hochgezogene Augenbrauen, oder einfach nur ein Kopfschütteln einbrachte.

 

Haben Sie schon mal im Bettengeschäft Ihres Vertrauens (das mit der Gans im Logo) gestanden und wollten Winter-Oberbetten kaufen? Neben Ihnen der übereifrige Verkäufer, der ein ordentliches Geschäft wittert und höchst gespannt lauscht, wie sie sich mit Ihrem Mann über die zu erwerbende Ware austauschen?

 

Bei uns hört sich das dann so an:

 

Mein Mann sagt: Nee Schatz! Nicht die dicken Daunen. Arthur schläft nicht so gern warm und überhaupt...! Wenn der sich noch an mich kuschelt, dann ist´s echt zuuuuu heiß unter der Decke...

 

Das Gesicht des Verkäufers wirkt um das Vielfache interessierter: Arthur unter der Decke mit meinem Mann? Das kann doch nur was ganz, ganz Verwerfliches sein!

 

Dann kommt mein Part: Liebes! Aber Shari ist nachts immer so kalt! Wir liegen ja immer in Löffelchen-Stellung und ich muss ihr den Bauch wärmen! Wir Frauen haben dünne Haut - wir brauchen es etwas wärmer...!

 

Dem Verkäufer entgleiten spätestens jetzt langsam die Gesichtszüge und es ist nun deutlich an der Zeit, Aufklärung zu betreiben und zu erklären, dass "Arthur" und "Shari" unsere beiden Hunde sind, die im Winter schrecklich gern mal in unseren Betten bei uns schlafen. NEIN! Wir kaufen keine Oberbetten für einen Swinger-Club! Wir haben n u r  Hunde!!!

 

Als vor über 10 Jahren unsere erste Labradorhündin bei uns einzog, hatten natürlich auch wir absolut "hehre Vorsätze"!

 

Der Hund bettelt nicht bei Tisch, sondern liegt etwa 2 m entfernt ruhig ab!

Der Hund hat im Schlafzimmer absolut nichts zu suchen!

Der Hund kommt niemals aufs Sofa...!

Einen gut erzogenen Hund sieht man bestenfalls, man merkt ihn aber nicht - vor allem, wenn Besuch da ist!

 

Natürlich! Und was war? Unsere "Kara" schlief früh im Schlafzimmer. Als mein Vater ihr mal heimlich ein Stückchen Braten beim Sonntagsessen zusteckte, waren ihre Tischmanieren endgültig im Eimer. Das Sofa hat sie klammheimlich erobert, als die Welpenbeinchen lang genug waren, um die Couch irgendwie zu bezwingen. Und überhaupt: Besuch ist das Größte! Das will gefeiert werden und der anständige Hund ist immer mittendrin...!

 

Soviel zum Thema "gute Vorsätze"!

 

Wir hatten einen wunderbar erzogenen Hund. Aber: Wir hatten auch einen Lebensbegleiter bekommen. Ein Wesen, welches unser Leben mit uns teilte - und zwar immer, überall und zu jeder Zeit.

 

Es liegt im Naturell eines Labbys, immer bei seinen Menschen sein zu wollen. Immer ganz, ganz eng. Wer sein Sofa nicht teilen mag, der ist mit einem Labrador eher schlecht bedient. Wer es nicht mit Humor nehmen kann, einen total verfressenen und unter Umständen diebischen, vierbeinigen Mitbewohner zu adoptieren, der ist mit einem Labrador ebenfalls schlecht bedient. Und wer nicht bereit ist, abends beim Fernsehen Gummibärchen zu teilen und dabei eng zusammengekuschelt auf dem Sofa einen tollen Film anzuschauen, der sollte sich lieber auch keinen Labrador anschaffen.

 

Dabei ist es ja keinsfalls so, dass man einen Labrador nicht wirklich toll erziehen kann. "Will to please" - der Wunsch, gefallen zu wollen, liegt dem Labrador im Blut. Er ist ein großartiger und verlässlicher Kumpel. Drinnen und auch draußen. Ein unaggressiver Hund der gern arbeitet, gern gehorcht, aber eben auch manchmal sehr gern sein Eigenleben zu erobern versuchen wird. Kadavergehorsam ist nicht so seine Sache. Er ist ein Individualist - so, wie auch seine Menschen.

 

Man mag im Laufe eines Hundehalterlebens auf viele andere Hundemenschen treffen, die nicht immer unbedingt angenehme Zeitgenossen sind. Besitzer von Labradoren sind wunderbar und zwar ohne Einschränkung. Entspannte Menschen, aufgeschlossen, aktiv und... irgendwie alle ein wenig "gaga" - eben so, wie wir es auch sind. Man trifft sich, mag sich und schon ist man in ein Gespräch verwickelt, aus dem sich nicht selten eine nähere Bekanntschaft entwickelt.

 

Dabei tauscht man sich eben auch nicht selten über die "Eigenarten" der Hunde aus und siehe da: Wir treffen auf Menschen, deren Hunde auch das Bett belagern, das Sofa allabendlich entern und die Küche konsequent belagern. In der guten Erziehung ihres Hunde knickt so ziemlich jeder Labradorbesitzer früher oder später ein.

 

So hätte diese Homepage auch den Namen: Willkommen im Club der Verrückten" heißen können und das Thema wäre sicher auch nicht so sehr verfehlt gewesen.

 

Für mich und auch für meinen Mann bedeutet ein "Hundeleben", dass unsere Tiere als sehr geliebte Hausgenossen behandelt werden. Ja! Eigentlich haben sie in vielen Bereichen fast schon Narrenfreiheit, denn wir richten unser Haus hundgerecht ein, wir kaufen ein Auto nicht nach Optik und PS, sondern ausschließlich nach Kompatibilität zu unseren Hunden. Betten werden gekauft entsprechend ihrer "Einstiegshöhe": Die Hunde müssen schließlich auch im Alter noch bequem einsteigen können...! Und der gesamte Wohnraum muss bei uns so gestaltet werden, dass auch überall ausreichend Platz für Hundebetten, Hundesofas und Hunde-Equipment ist.

 

Dabei haben aber Menschen und Hunde den absoluten Anspruch auf Sauberkeit, aufgeräumte Räume und ein Zuhause, welche auch vorzeigbar ist, ohne dass man sich sagen lassen muss, dass Hundebsitzer in stinkenden und schmuddeligen Verhältnissen leben.

 

Ja! Wir sind bekennend verrückt! Verrückt nach unseren Hunden, dem Leben mit ihnen, ihren Geschichten und ihrem wundervollen Wesen. Mag sein, dass wir uns täglich irgendwie "zum Affen" machen und als etwas schrullig gelten. Aber das nehmen wir sehr gern hin. Denn: Wir sind nicht allein!  S I E  gehören doch auch dazu, oder? Sonst wären Sie schließlich nicht hier und würden jetzt wie verrückt lesen...

 

Wenn Sie mehr Geschichten wie die aus dem Bettengeschäft lesen möchten und wenn Sie ein wenig an unserem "Hundeleben" teilhaben wollen, dann schauen Sie einfach in den Blog. Dort werde ich regelmäßig -jedoch nie in chronologischer Reihenfolge- aus unserem hundeverrückten Leben berichten. Und ich wette, dagegen ist die Bühnenshow von Martin Rütter "trockene" Kost! Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß dabei!