Der "Hot Spot" lästig, unangenehm und oft nicht gekannt...

 

Unter den häufigen Hauterkrankungen des Labradors, rangiert der sogenannte "Hot Spot" (heißer Fleck) recht weit vorne.

 

Hot Spots findet man bei Hunden mit dichtem und/oder langem Fell. Unsere Labradors mit dem dichten Unterfell und der Oberwolle sind also prädestiniert für diese Erkrankung, die trotzdem sie oft vorkommt, doch ebenso oft als unbekannt unter Hundehaltern gilt.

 

Wie sieht ein Hot Spot aus?

 

Ein Hot Spot ist -wie oben auf dem Bild zu sehen- eine Hauterkrankung, die sich durch ein klar eingegrenztes betroffenes Areal auszeichnet. Zumeist eher in runder Form am Hals, dem Rumpf, den Vorderseiten der Beine und am Kopf zeigen sich haarlose, stark nässende, stark riechende offene Stellen, mit eitrigem Ausfluss. Oft verkleben die Haare an den Wundrändern durch das Sekret, was zu zusätzlichen Entzündungen und Reizungen führen kann. Durch die typische Optik der Erkrankung ist eine Gewebeprobeentnahme beim Tierarzt im Grunde nicht notwendig. Hot Spots können im Ausmaß enorm variieren. Manche sind so groß wie ein 2-Cent-Stück und manche erreichen die Größe der Hand eines Mannes und manchmal sogar noch größer!

 

Wie entsteht ein Hot Spot?

 

Die Entstehung der Erkrankung kann recht viele Ursachen haben. Zecken- und Flohbisse, Allergien, verfilztes Fell mit unerkannten Haarballenentzündungen, Leckekzeme durch starken Juckreiz, Parasitenbefall, Otitis und kleine Hautverletzungen der Oberhaut führen zu einem Hot Spot. Da viele der Ursachen gerade in den warmen Monaten zu finden sind, tritt der Hot Spot auch vermehrt als Sommerkrankheit auf.

 

Behandlung

 

Die Stelle um den Hot Spot sollte gründlich ausrasiert werden. Ein desinfizierendes und trocknendes Puder ist als Medikation schon optimal. Die Gabe eines Antibiotikums sollte immer dann erfolgen, wenn man eine weitere Infektion mit Bakterien vermeiden will.

Da die Bakterien unter dem Schorf des Hot Spots siedeln, sollte der Schorf regelmäßig und gründlich entfernt werden. Das kann mittels eines feinen Kamms passieren, vorsichtig mit einer stumpfen Pinzette, idealerweise jedoch (und das ist etwas ekelig) mit den desinfizierten Fingern. Anschließend die offene Stelle mit Wasserstoffsuperoxid 3 % betupfen und reinigen und dann mit einer leichten Kortisonsalbe eincremen, oder einem trocknenden, desinfizierenden Puder bestäuben. Das Wasserstoffsuperoxid ist für den Hund  völlig schmerzfrei und... nicht erschrecken - es schäumt auf der Haut!

 

Ein Hot Spot juckt und schmerzt! Die Stelle darf mit einem feuchten und kalten Tuch gekühlt werden. Bitte aber keine Kühlpads, oder gar Kühlakkus verwenden, da damit die Haut durch zu viel Kälte "verbrannt" werden kann. Im Zweifel sollte der Hund einen Kragen, oder einen Thornie tragen, um die Stelle nicht kratzen und lecken zu können.

 

Wichtig ist, dass ein Hund mit Hot Spot keinesfalls schwimmen sollte. Die offene Stelle sollte so steril wie möglich gehalten werden, jedoch ohne abgedeckt zu werden!

 

Prognose

 

Ein sorgfältig behandelter und verheilter Hot Spot ist "erledigt", Die Erkrankung ist in keiner Weise ansteckend und dennoch kann es (allein durch einen Flohbefall) vorkommen, dass der Hot Spot an verschiedenen Körperbereichen gleichzeitig auftritt. Tatsache ist auch, dass manche Hunde wohl eine größere Disposition zu dieser Erkrankung haben und damit öfter betroffen sind.

 

Bitte prüfen Sie darum genau, wodurch der Hot Spot ihres Tieres entstanden sein kann! Nur durch die Beseitigung des Auslösers kann man die Erkrankung dauerhaft stoppen! Hygiene, Beobachtung und sorgfältige Behandlung dienen dazu, eine erneute Erkrankung zu vermeiden und dem Tier unnötige Schmerzen und Qualen zu ersparen, denn ein Hot spot ist zwar in der Regel ungefährlich, für den Hund aber absolut quälend!