Stress und mangelnde Ruhemöglichkeit beim Hund

 Stress und mangelnde Ruhemöglichkeit beim Hund

… weitgehend unbekannte Auslöser von Krankheiten

 

„Burnout“ – ein Begriff der unser menschliches Leben mehr und mehr prägt. Eine sehr „brachiale“ Form von Stress. Krankmachend, die Seele angreifend und mit einer Vielzahl von teils schwerwiegenden Krankheitssymptomen begleitet.

Lange Zeit hat man sich wissenschaftlich verweigert, wenn es darum ging, dass auch Tiere Stress in dieser Form empfinden können.

Heute wissen wir es besser!

Leider bleiben aber die Umstände von Stress bei unseren Hunden, deren Krankheiten aus Stress resultieren und/oder die einfache Tatsache, dass die Hunde Stress ü b e r h a u p t empfinden, vielen Hundehaltern bis jetzt völlig verborgen.

 

Schauen wir uns einmal das Leben unserer Hunde genauer an.

 

So, wie bei uns Menschen immer mehr Hektik, Reizüberflutung, hohe Anforderungen, persönliche Probleme, Ängste und das Wissen „funktionieren“ zu müssen den Alltag bestimmen, so werden auch unsere Hunde in diesen Strudel aus sehr unterschiedlichen Ansprüchen hineingerissen.

Unsere Hunde leben teils in Städten. Lärm, vielerlei Gerüche, mangelnde Freilaufflächen und enorme Umweltreize bestimmen ihr Leben. Selbst auf dem Land leben unsere Tiere immer begrenzter.
Tierhalter gehen arbeiten und die Vierbeiner verbringen eine große Zeit des Tages wartend auf ihre Familie.
Hunde leben heute oft in Wohnungen und nicht mehr so viel in einem ländlichen häuslichen Umfeld mit Garten.

 

Auffallend ist, dass man immer mehr Klagen hört, dass Hunde zu Zerstörern mutieren, dass sie stundenlang bellen, aggressiv sind, ängstlich, oder sonstige „Verhaltensauffälligkeiten“ zeigen, die Halter sich einfach nicht erklären können.

 

Verlässt ein Wolf den Lagerplatz des Rudels, dann fast ausschließlich, um Beute zu suchen und zu reißen und um Routine-Kontrollchecks in lockeren Abständen durchzuführen.

Unsere Haushunde aber werden mehrfach täglich ausgeführt (ob sie Lust haben, oder nicht). Und… sie werden hingebungsvoll und ausdauernd beschäftigt!

Wir Menschen haben ein schlechtes Gewissen, weil unsere Hunde viel allein sind. Es geht die Mär, dass ein ausgelasteter Hund nichts zerstört, immer zufrieden ist und überhaupt… keinerlei Verhaltensauffälligkeiten zeigt.
Also bewegen und trainieren wir den Hund in unserer Freizeit, was das Zeug hält. Da wird geklickert, erzogen, mit Reizangel gearbeitet. Da gibt es Platztraining, Mantrailing, Agility und Dummyarbeit.

Oft haben unsere Hunde den Terminkalender eines Top-Managers und alles nur wegen unseres menschlichen Gewissens und um den Hund eine adäquate und vermeintlich „artgerechte“ Auslastung anzubieten.

Schauen wir aber mal genauer hin, können wir durchaus kausale Zusammenhänge sehen, die darauf auch wissenschaftlich schließen lassen, dass unsere Hunde unter Stress leiden! Wir beschäftigen sie keinesfalls „artgerecht“ (ein echtes Schlagwort unserer Zeit), sondern wir beschäftigen sie, bis sie „krank“ und „gestresst“ sind. Wir schaden, wo der gute Wille zur Hilfe doch im Vordergrund steht, oder zumindest stehen sollte.

 

Schauen wir uns mal Stress bei Hunden detaillierter an…

 

Faktoren, die zu Stress führen, nennt man medizinisch-wissenschaftlich „Stressoren“. Was sind Stressoren für den Hund?
Da gibt es z.B. innere Stressoren, äußere Stressoren, Leistungsstressoren, soziale Stressoren, die Nichterfüllung von primären kaniden Bedürfnissen als Stressoren und -nicht zu vergessen- die psychischen Stressoren.

 

Genau betrachtet, sehen wir also recht viele Umstände, auf die ein Hund mit Stress reagiert und die er körperlich „bewältigen“ muss.

Um das zu erkennen, muss man letztlich aber dem Tier zubilligen, ein „fühlendes“ Wesen mit Psyche zu sein. Gerade d a s fällt aber noch vielen Hundehaltern recht schwer und wird einfach mal unter dem Begriff Vermenschlichung im Hinterkopf „geparkt“ und belächelt. Fakt ist jedoch, dass ein Hund natürlich ein fühlendes, denkendes Lebewesen mit einer angreifbaren Psyche ist!

 

Was passiert eigentlich bei Stress mit dem Hund?

 

Ich versuche, es relativ einfach und verständlich zu erklären, jedoch so, dass wir uns ein Bild davon machen können, welche elementaren Dinge sich in unserem Hund bei Stress abspielen und welche Folgen Stress für den Hund hat!

Wir blicken zurück zu den „Stressoren“ und stellen uns vor, ein Stressor greift auf unseren Hund zu.

Wird der Stressor über die Sinnesorgane wahrgenommen (z.B. unser Rüde sieht einen anderen Rüden), aktiviert der Hundekörper sofort den Sympathikusnerv. Als Teil des vegetativen Nervensystems kann der Sympathikus n i c h t gesteuert werden!

Der Sympathikus bewirkt, dass Adrenalin aus dem Nebennierenmark ausgeschüttet wird. Das nun erfolgende Zusammenspiel von Sympathikus und Adrenalin bewirkt, dass der Kreislauf des Tieres extrem angeregt wird. Der Hund reagiert mit Wachsamkeit, viel Energieausschüttung und einer allgemeinen Schärfung der Sinne.
In der Natur ist dieser Effekt überlebenswichtig und durchaus „positiv“! Ein Vorgang, der sich im Hundekörper in Sekundenbruchteilen abspielt und vom Tier nicht mal bewusst wahrgenommen wird. Wissenschaftlich bezeichnet man diesen Vorgang als „Alarmreaktionsphase“.

Das Gehirn sammelt jetzt alle Sinneseindrücke und verarbeitet sie. Nun kommt ein besonderer Teil des Zwischenhirns ins Spiel: Der Hypotalamus. Hier werden Botenstoffe freigesetzt, die das weitere Szenario im Gehirn bestimmen werden, denn sie wirken auf die Hypophyse, die einen weiteren Botenstoff freisetzt.

Auch das Adrenalin wirkt auf die Hypophyse ein. Der daraus entstehende Botenstoff nennt sich ACTH (Adrenocorticotropes Hormon).

Das ACTH wirkt unmittelbar auf die Nebennierenrinde und in der Folge werden hier diverse Hormone freigesetzt. Bei diesen Hormonen handelt es sich u.a. um Aldosteron, diverse Sexualhormone (Östrogene und Androgene), sowie Cortisol.

Aldosteron ist zuständig für den Wasserhaushalt im Hundekörper. Bei Stress trinken Hunde vermehrt, aber sie urinieren auch besonders viel. Daran erkennt man gut die Ausschüttung von Aldosteron.
Die Sexualhormone bewirken eine erhöhte Verteidigungsbereitschaft und… verstärken Aggressionen, was ein durchaus „normaler“ Zustand ist!
Cortisol ist ein Hormon mit entzündungshemmender Wirkung und hat seine besondere Bedeutung bei körperlich stark belastenden Situationen.

 

Der Hundekörper ist also perfekt ausgerüstet, sich dem Stress zu stellen!

 

Tatsächlich hat die Ausschüttung der drei vorgenannten Hormone aber eine weitreichende weitere Bedeutung für den Körper! Sie verursachen eine sogenannte „negative Rück-Koppelung“.

Die Hormone haben einen bremsenden Effekt auf Hypophyse und Hypothalamus und sorgen dabei dafür, dass der Körper nach einem Stressereignis relativ schnell die Hormonproduktion wieder auf ein „normales Maß“ drosselt. In der Regel dauert es aber dennoch bis zu 36 Stunden, ehe der Hundekörper alle Stresshormone abgebaut hat!

 

Aber wo ist jetzt eigentlich das Stress-Problem???

 

Wenn Stressreize zu oft, oder zu lange auf den Hundekörper einwirken, hat das zur Folge, dass sich sehr schnell ein permanent überhöhter Hormonspiegel bildet, der schwere gesundheitliche Schäden zur Folge haben wird!

Das Cortisol hemmt extrem das Immunsystem und der Körper wird anfälliger für Infekte.

Der permanent hochlaufende Kreislauf schädigt das Herz. Schwere Magen-Darm-Erkrankungen bleiben nicht aus.

Man nennt das medizinisch „Anpassungskrankheiten“.

Dazu kommt erschwerend, dass der ständig erhöhte Testosteronspiegel zu einem deutlich erhöhten Aggressionsverhalten führt – unweigerlich – unabwendbar!

 

Wie ist da denn nun in der Praxis des täglichen Lebens?

 

Wir kennen sie: Die Balljunkies!
Nein, es ist nicht die Lust am Spiel mit dem Ball, die diese Hunde permanent vorantreibt. Es ist vielmehr ein permanenter Hetzimpuls, der -so gesehen-, im Grunde ganz normal ist – zumindest bei Wildtieren!
In der Natur braucht z.B. ein Wolf den Hetzimpuls, um Beute zu schlagen.

Hier sind alle körperlichen Vorgänge wichtig, nötig und im Einklang mit der Natur. Nach erfolgter Jagd reguliert sich der Körper und geht in die Entspannungsphase.

Im Dauerspiel unserer Hunde mit dem Bällchen wird aber der ansonsten wichtige und gesunde körperliche Ablauf soweit gestört, dass das Tier permanent „unter Strom“ steht.

In Abhängigkeit von Häufigkeit und Dauer solcher „Spiele“ fügen wir den Hunden unter Umständen bleibende körperliche Schäden zu.

Die Sache hat dann noch einen „Nebeneffekt“: Unsere Hunde sehen in jedem sich bewegenden Gegenstand (der bislang immer total uninteressant war) ein Objekt für die Hetzjagd und der Körper läuft wieder und wieder hormonell zu Höchstbetrieb auf, obwohl es dafür im Grunde keinen Anlass gibt!

Die von mir beschriebenen physikalischen Vorgänge bei Stress treten im Leben unserer Hunde täglich in Erscheinung. Beim Ballspiel, bei Angst z.B. vor Gewitter und/oder Feuerwerk, bei Hundebegegnungen, bei der „Arbeit“, im Zusammenleben mit uns Menschen und mit Artgenossen.

Kurzum: Täglich und je nach unserem Einwirken mehr und mehr!

 

Sich daraus entwickelnde Krankheits- und Auffälligkeitsbilder sind:

 

-vermehrte Aggression
-Allergien

-unerklärlicher Juckreiz ohne Indikation klassischer Allergiemerkmale
-Magen-Darm-Erkrankungen
-Herzerkrankungen
-Haarausfall
-Aufreiten
-Zerstörungswahn
-Nervosität und Ruhelosigkeit
-Durchfall und häufiges Urinieren
-Hecheln
-an der Leine ziehen wie verrückt
-ständiges Bellen, oder Winseln
und viele, viele weitere Erscheinungsbilder

 

Bedenkt man, dass Hunde ein Ruhebedürfnis von etwa 20 Stunden am Tag haben und schaut man sich an, wie viele Stunden Hunde heute beschäftigt, gefordert und trainiert werden, dann verwundert es schließlich doch nicht weiter, dass unsere Hunde immer „auffälliger“ werden, immer mehr an Allergien leiden und scheinbar immer aggressiver und dominanter gegenüber Artgenossen sind und es immer mehr hartnäckige Zerstörer gibt.

 

Bestes Beispiel aus der Praxis! Jemand berichtet, dass sein Hund in schönster Regelmäßigkeit den Hausstand zerlegt, wenn Herrchen und Frauchen nicht daheim sind. Zu annähernd 100% wird dann der Ratschlag kommen: Laste den Hund nur ordentlich aus, bevor du das Haus verlässt und er wird dann schon „fertig sein“ und alles heil lassen…!

 

Böser Trugschluss, denn damit erweitert man die Schlinge und der Hund wird noch mehr und noch häufiger zerstören, denn irgendwie muss er seinen Stress und den Frust abbauen! Der Kreislauf beginnt: Noch mehr Bewegung und noch mehr Reize = noch mehr Stress = Dauerstress = noch mehr Zerstörung und Frust!!!

 

Ich selbst werde oft gefragt, warum ich so extrem entspannte Hunde habe.

Sie schlafen auf ihren Plätzen, wenn wir nicht im Haus sind. Sie machen nie etwas kaputt, selbst wenn sie noch recht jung allein sind. Sie pöbeln nicht (in nunmehr über 15 Jahren noch nie eine Beißerei). Sie kennen weder Durchfall, noch Magenprobleme durch Stress. Sie sind nie ruhelos und sie sind immer super geduldig und fröhlich!

Warum? Wir arbeiten n i c h t mit ihnen, sondern lassen sie einfach nur… Hunde sein! Natürlich holen auch unsere Hunde gern mal einen Dummy und sie suchen auch gern mal das versteckte Herrchen. Aber: Bei uns geht und ging kein Hund einer „Arbeit“ nach. Sie sind rund um die Uhr um uns. Sie schlafen viel, spielen gemeinsam, stöbern in der Natur und dabei sind sie doch tatsächlich auch super erzogen. Wir spielen mit unseren Hunden, aber Bälle und sonstige Wurfgeschosse sind bei uns absolut tabu!

Es gibt viele Möglichkeiten, einen Hund zu beschäftigen und ihm geistigen Ausgleich zu geben! Aber wichtig ist dabei immer, dass das Tier auch Ruhe finden darf und nicht dem übersteigerten Ehrgeiz seiner Menschen zum Opfer fällt!

 

Das alles ist natürlich in keiner Form ein Aufruf dazu, seinen Hund nicht mehr arbeiten zu lassen, oder Bällchen zu verbannen! Auch Ausstellungsgeschehen ist gewünscht und erlaubt!

Aber es ist ein Appell, den Hunden die Ruhe zu verschaffen, die der Körper dringend braucht, um sich zu regenerieren und Hormone abzubauen.

So mancher Hund bekommt schon Durchfall oder Erbrechen, sobald er einen Hundeplatz oder einen Ausstellungsort nur sieht!

Bitte achten Sie auf solche und ähnliche Auffälligkeiten bei Ihrem Hund! Bitte beobachten Sie Auffälligkeiten genau. Eventuell führen Sie ein Tagebuch und notieren, wann Ihnen ein Verhalten Ihres Hundes merkwürdig vorkommt und welches scheinbar nicht „normal“ ist.

Und… nicht jeder Hund baut Stress gleich schnell ab. Es ist immer ein Vorgang, der in Abhängigkeit von Alter, Rasse, Wesen und Naturell zu beobachten ist. Hier sind SIE als verantwortungsvoller Halter gefragt!

 

Grundsätzlich gilt: Nicht mehr als 2x pro Woche „Arbeit“ und zwar egal ob auf dem Platz, im Suchdienst, bei der Dummny-Arbeit u.s.w.!
Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Hund ein Balljunkie wird, oder die Frisby-Scheibe bis zur Erschöpfung fängt und/oder holt.

Ihr Hund wird sie viel mehr lieben, wenn Sie ihm persönliche Zuwendung schenken und… gemeinsame Zeit in Ruhe!

 

Verhalten und Ernährung – ein vernachlässigter Kontext…

 

Schokolade macht glücklich…

 

Da ist was Wahres dran. Ernährung, Wohlbefinden und Stimmung liegen dicht beieinander.
Auch bei unseren Hunden gibt es einen komplexen Zusammenhang zwischen Ernährung und Verhalten. Leider wird dem aber noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt!
Fakt ist: Gestresste, aggressive, ängstliche und unsichere Hunde sind oft auch ein Produkt einer falschen, oder mangelhaften Ernährung. Oder im Gegenzug: Gewisse Verhaltensauffälligkeiten lassen sich durch eine zielgerichtete Ernährung „glätten“.

 

Hunde verfügen wie alle Säugetiere über das Limbische und das Sympathische System. Beide verfügen über Mechanismen, die den Körper herunterfahren lassen, beruhigen und für innere Ausgeglichenheit sorgen. Noradrenalin wird gebildet, um das Herz-Kreislauf-System zu stabilisieren. Dopamin wird als „Glückshormon“ produziert.

 

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Systeme und Mechanismen, die das Gegenteil bewirken, also Unruhe, Angst, Aggression: So liegt zum Beispiel im Amygdala, einer Hirnregion innerhalb des Limbischen Systems, das Zentrum zur Ausbildung von Angst. Das parasympathische Nervensystem, Hippocampus und Neocortex (multisensorischer Teil der Großhirnrinde) sind maßgeblich an der Stimmungsbildung beteiligt. Die Ausschüttung von Serotonin als Leiter der Signalübertragung im Zentralnervensystem ist ebenfalls ein maßgeblicher „Stimmungsgeber“.

 

Im Idealfall bilden beide Komponenten (System der positiven und das der negativen Mechanismen) eine perfekte, sich ausgleichende Symbiose. Gerät diese jedoch durch Stress und/oder Mangel- oder Fehlernährung ins Wanken, so sehen wir bei einem Hund plötzlich (oder anhaltend) ein ängstliches, oder aggressives Tier mit einem hohen Unsicherheitspegel und einem offensichtlich nicht abfallenden Stresspegel.

 

Schauen wir uns Hundeernährung an, müssen wir unser Hauptaugenmerk auf das Serotonin legen. Ängstliche, aggressive und unsichere Hunde zeigen in der Regel eine deutliche Unterversorgung mit Serotonin.
Leider kann man Serotonin nicht einfach „zufüttern“, also als Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Es muss vom Körper selbst gebildet werden.
Dazu dient in der Vorstufe Tryptophan, eine essentielle Aminosäure, aus der sich in der weiteren Stufe über 5-HTP dann letztendlich Serotonin bildet.
Säugetiere sind nicht in der Lage, Tryptophan selbst zu produzieren. Es muss extern zugeführt werden und da sind wir wieder bei der Ernährung.

 

Woher Tryptophan bekommen?

In hohen Dosen kommt es in Kuhmilch, Hähnchenfleisch, Haferflocken und auch in Soja vor. Das Problem liegt darin, dass ein sehr proteinreich gefütterter Hund (trotz guter Ernährung) zu wenig Tryptophan bildet und damit auch die Serotoninbildung gehemmt ist.
Füttert man jedoch kohlehydratreich, wird eine hohe Menge Tryptophan zugeführt. Die Verdauung von Kohlehydraten setzt eine große Menge Insulin frei und das Insulin hilft dabei, dass das Tryptophan die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann.

Tryptophan steht in Konkurrenz zu anderen Aminosäuren und setzt diese regelrecht „zurück“ und bringt sich damit optimal in Stellung.

Kohlenhydrate sollten vorrangig durch die Fütterung von Kartoffeln, Reis, Karotten und Gerste zugeführt werden.
Ungeeignet zur Fütterung sind dagegen Mais, Soja und Weizen, da sie Tyrosin enthalten, welches in direkter Konkurrenz zu Tryptophan steht und dessen Produktion mindern!

 

Schaffen wir es, durch genügend Tryptophan eine hinreichende Produktion von Serotonin herbeizuführen, haben wir den ersten Schritt hin zu einer „glättenden“ Ernährung unseres Hundes überwunden.

Man muss nun überlegen, die Produktion des Serotonins in eine sinnvolle Ernährung einzubinden.

Bei einem gestressten, aggressiven, ängstlichen, oder unsicheren Hund sollte diese Einbindung in separaten Nahrungsgaben erfolgen.
Dazu füttert man ein hochwertiges Futter zu den Hauptmahlzeiten und in zeitlichem Abstand von etwa drei Stunden eine kleine zusätzliche Mahlzeit aus z.B. gekochtem Reis, gekochten Karotten mit Kartoffeln, oder etwas Hähnchenfleisch.
Auf diese Weise „befeuert“ man die Gabe von Trypothan und damit die Produktion von Serotonin und kann eine „Beruhigung“ des Tieres herbeiführen.

Wem diese Form der Ernährung zu aufwändig ist, der kann heute Tryptophan bereits als Ergänzungsmittel kaufen und zufüttern. Hierbei empfiehlt es sich, zeitgleich einen Vitamin B-Komplex zu füttern, um bessere Trägereigenschaften zu ermöglichen.
Es gibt Präparate, die bereits beide Komponenten enthalten wie z.B. VetVital Neuro Calm, Vet Cocept Relax.

 

Nein! Sicherlich ist dieser Hinweis kein „Allheilmittel“ und man muss und darf niemals aus den Augen verlieren, w a r u m ein Hund gestresst, ängstlich, oder aggressiv ist.

Dennoch ist es so, dass man über die forcierte Versorgung mit Serotonin für das Tier eine grundsätzliche Verbesserung der Situation herbeiführen kann. Stress beim Hund kann durchaus auch n u r über den Mangel an Serotonin ausgelöst werden!

 

Ein letzter Tipp von mir: Bananenschalen enthalten hohe Mengen Serotonin! Ja, richtig gehört!

In Smoothies werden z.B. die Schalen von Bananen verwendet. Die Schale enthält deutlich mehr Vitamine, Ballaststoffe und entgiftende Substanzen, als die Frucht selbst! Wenn man eine Bio-Banane gut wäscht und passiert, kann der Hund gern davon etwas bekommen!

Vielleicht mal ein interessanter Hinweis für die Barfer unter den Lesern…
Ich persönlich füttere sie kaum, weil ich Bedenken wegen der Pestizide habe, aber es ist eben ein Irrglaube, dass sie für Hunde giftig sind – eher im Gegenteil.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Hunden eine glückliche und entspannte Zeit zusammen.

Wir Menschen können unseren Tieren nicht jeden Stress abnehmen. Wir können nicht jede Angst des Hundes „umlaufen“ und das Tier in die redensartliche Watte packen.

ABER… wir können auf gesunde und helfende Ernährung achten und unseren Hunden die Ruhe schenken, die sie dringend für ein gesundes und langes Leben brauchen.

 

In diesem Sinne herzliche Grüße und Ihnen und den Hunden eine glückliche und entspannte Zeit!